Anforderungen an einen guten Stundenplan¶
Was macht einen Stundenplan eigentlich gut? Die Antwort hängt davon ab, wen man fragt – Schüler, Lehrkräfte und Schulleitung haben unterschiedliche, teils widersprüchliche Interessen. Ein gutes Planungsprogramm muss all diese Wünsche abbilden und gegeneinander abwägen können. Die folgende Übersicht sammelt die typischen Anforderungen der Schulgemeinschaft – sie ist zugleich eine Checkliste dessen, was mit SPO möglich ist.
Bedingung oder Wunsch?
Merken Sie sich die Unterscheidung: Eine Bedingung muss eingehalten werden (sie steckt fest im Graphen). Ein Wunsch soll erfüllt werden, wenn es planungstechnisch geht (das übernimmt die Optimierung).
1. Aus Schülersicht¶
- Ein mehrstündiges Fach höchstens einmal in der 6. bzw. Randstunde.
- Verbot von Kern- oder einstündigen Fächern an Nachmittagen, in 6. Stunden oder z. B. freitags in der 6. Stunde.
- Flexible Beschränkung der Stundenzahl eines Fachs pro Tag (Einzel-, Doppelstunden oder flexibel).
- Zweistündige Fächer nicht an aufeinanderfolgenden Tagen (wegen der Hausaufgaben).
- Rhythmisierung: gleichmäßige Verteilung von Kern- und musisch-praktischen Fächern über die Woche.
- Explizite Planung der Kollegiatenpläne (kompakt, Mittagspausen, Stunden pro Tag).
- Flexible Kopplung von Teilklassen, z. B. für Intensivierungen oder klassenübergreifende Fremdsprachen.
2. Aus Lehrersicht¶
- Feste oder flexible freie Tage für Teilzeitkräfte.
- Gemeinsame Teamstunden (Klassenteams, Personalrat, Planungsgruppe, Direktorat).
- Begrenzung der Stundenzahl pro Tag – und der Stunden am Stück ohne Freistunde.
- Planung von Sprechstunden und sinnvollen Pausenaufsichten.
- Alle Stunden einer Klasse in einem Fach im gleichen Fachraum halten (auch bei Raumgruppen).
3. Aus Sicht der Schulorganisation¶
- Planung von Präsenzen für Vertretungen (z. B. immer mindestens eine bereit).
- Kopplung von Referendaren und Betreuungslehrern (Freistellung).
- Planung von Seminarsitzungen für Referendare.
- Automatische Belegung nur zeitweise verfügbarer Räume (z. B. Schwimmzeiten).
- Bei mehreren Schulhäusern: keine Hauswechsel außerhalb der Pausen.
- Automatische Berücksichtigung von Klassen- und Kursgrößen bei der Raumvergabe.
- Flexibilität für Sonderwünsche (z. B. Vorlieben für bestimmte Fachräume).
- Problemlose Reaktion auf Änderungen im Schuljahr – mit möglichst geringen Eingriffen in den Gesamtplan.
4. Optimierungsziele¶
- Lehrerpläne: Hohlstunden und Stundenzahl pro Tag optimieren.
- Kollegiatenpläne: Hohlstunden und Stundenzahl pro Tag.
- Klassenpläne: Rhythmisierung.
- Fachpläne: nicht alle Stunden eines Fachs spät am Tag.
- Flexible Gewichtung der Ziele – jede Schule setzt eigene Schwerpunkte.
- Überblick über alle Kriterien während der Optimierung.
5. Die Rolle des Stundenplaners¶
Die Programme prüfen die Einhaltung der Anforderungen – nicht der Mensch:
- In einem Optimierungsfenster lässt sich jederzeit prüfen, ob die Forderungen eingehalten sind.
- Per Drag & Drop ändern Sie gezielt, um eine schwierige Bedingung doch noch akzeptabel zu machen.
Dirigent statt Ausführender
„Es kann nicht Aufgabe des Stundenplaners sein, gestellte Bedingungen einzeln an den Stundenplänen zu überprüfen. Der Stundenplaner muss der Dirigent sein und nicht der Ausführende in den Details."
Wie diese Anforderungen technisch umgesetzt werden, zeigt der Abschnitt Graphentheorie verständlich. Wie Sie im Alltag konkret vorgehen, steht unter Planung – Vorgehen.